Polpettone mit Kürbisvariation
Ein italienischer faschierter Braten, geschmacklich komplettiert durch zweierlei Kürbis-Texturen

Das Bild zeigt eine Scheibe Polpettone mit gebratenen und pürierten Kürbis auf einem weißen Teller, auf den Kürbisvariationen ist eine Gorgonzola-Sahne-Creme angerichtet.

Unser Weihnachtsessen am 25. Dezember richtet sich nach der Zahl der Kommenden. Da manche Familienmitglieder manchmal andere Verpflichtungen nachzugehen haben, sind wir in einem Jahr mehr, im nächsten weniger. Heuer waren wir die kleinste Gruppe, und wir entschieden, keinen Truthahn, keine Lammkeule oder einen großen Schmortopf zuzubereiten, sondern einen italienischen Polpettone.

Ein Polpettone ist ein faschierter Braten auf italienische Art, also mediterraner gewürzt und gemischt, aber im Wesen sehr ähnlich dem unserer Breiten. Verbunden mit Ofenkürbis in zwei verschiedenen Konsistenzen wurde es ein feines, nicht sehr aufwendiges Festtagsessen. Der Kürbis sollte wenig Wasser und ein festes, etwas mehliges Fleisch haben, ideal ist ein Mantovaner Kürbis, der dem Muskat de Provence oder dem Langen von Neapel ähnelt.

Rezept Polpettone mit Kürbisvariation

Zutaten für 6 Personen zur Hauptspeise

  • 1,5 kg festes Kürbisfleisch
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • einige Salbeiblätter
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1,2 kg gemischtes Faschiertes (Schwein und Rind)
  • 220 g Ricotta
  • 160 g Parmesan
  • 160 g Brösel
  • 2 Eier (L)
  • 1 Bund Petersilie
  • mediterrane Kräuter nach Belieben
  • Butter nach Bedarf
  • 1 Glas trockener Weißwein
  • 50 g Gorgonzola
  • 0,1 l Sahne

Zubereitung

Kürbis backen

Zuerst den Kürbis vorbereiten, indem die Schale und die Kerne entfernt werden. Dann in ca. 2 cm große Scheiben bzw. Rippen schneiden und diese auf ein mit Dauerbackfolie oder Backpapier ausgelegtes Blech auflegen. Mit Salz, Pfeffer, gehackten Salbeiblättern und Majoran würzen und mit Olivenöl beträufeln. In den auf 180° C Umluft vorgeheizten Backofen für eine gute halbe Stunde schieben und von Zeit zu Zeit wenden, bis die Kürbisstücke gut durch sind. Das hängt von der Kürbissorte ab: Wenn man mit einem italienischen Mantovana arbeitet, dauert es länger, mit einem Langen von Neapel hingegen kürzer. Am besten nach den ersten 20 Minuten einmal mit einer Nadel eine Probe stechen.

Faschiertes vorbereiten

Zwischenzeitlich das Faschierte in einer Schüssel mit dem Ricotta, dem fein geriebenen Parmesan und den Bröseln vermengen, dann die Eier, die fein gehackte Petersilie und etwas Salz dazu hineinarbeiten. Wer mag kann noch gehackte mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano oder Rosmarin dazu mischen. Den Teig nun 30 bis 60 Minuten durchziehen lassen. Dann ein ausreichend großes Stück Backpapier ausbreiten und mit den Händen aus der Fleischmischung einen länglichen Laib formen. Diesen wie ein Riesenbonbon im Backpapier einwickeln, auf den Seiten mit einem Wurstspagat zubinden und sicherheitshalber auch zwei, drei Fäden um den Laib selbst anbringen.

Das Bild zeigt den Polpettone, eingepackt in Backpapier, in der Pfanne, worin er angebraten wird

Polpettone braten

Den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer beschichteten, gut erhitzten Pfanne den Polpettone rundherum anbraten, dabei die Hitze etwas reduzieren. Dafür sollte man sich ca. 10 Minuten Zeit nehmen. Dann den Braten auf ein Blech geben und in den Ofen schieben, gut 30 Minuten weiterhin im Backpapier eingewickelt braten.

Kürbis fertigstellen

Die Hälfte des Kürbisses zerstampfen, eventuell etwas Butter dazu mischen, sollte die Masse zu trocken wirken, und mit Salz abschmecken. Zugedeckt gemeinsam mit den ganzen Kürbisrippen warmhalten.

Polpettone fertiggaren

Nach den 30 Minuten das Backpapier des Polpettone oben aufschneiden und auseinanderziehen, sodass man den Polpettone mit einem Glas Wein aromatisieren kann. Weitere 10 bis 15 Minuten braten lassen, dann den Ofen abdrehen und den Polpettone ein paar Minuten im heißen Rohr ruhen lassen.

Sauce herstellen

In einem kleinen Topf den Gorgonzola mit der Sahne schmelzen und gut verrühren.

Anrichten

Den Polpettone in Scheiben schneiden und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Etwas Bratensaft aus dem Backpapier darüber gießen. Neben die Bratenscheibe einen Löffel Kürbispüree (oder am besten mit einem Spritzsack und Tülle aufspritzen) und ein paar Rippen legen und die Gorgonzolacreme darauf verteilen. Dazu haben wir einen Rotwein aus Apulien serviert, aber keinen Primitivo, sondern einen Susumaniello aus dem Itria-Tal, eine sehr alte, fast vergessene, autochthone Rebsorte.

Tipps

Wer einen Multidampfgarer hat, kann Kürbis und Polpettone im Rohr gemeinsam backen. Bei 180° C und niedriger Dampfstufe (25 – 30% Dampf) den Polpettone auf dem Blech in den Ofen schieben, nach 5 Minuten das Blech mit dem Kürbis in eine tiefere Schiene dazu geben. Wenn der Kürbis gar ist (nach ca. 20 – 25 Minuten, Probe machen!) das Kürbisblech aus dem Ofen nehmen und wie oben weiter verfahren. Das Papier vom Polpettone öffnen und ebenfalls wie oben beschrieben weiter vorgehen (Wein angießen, etc.). Die letzten drei Minuten der Garzeit des Polpettone das abgedeckte Püree und die abgedeckten Kürbisrippen wieder in den Ofen dazu geben, um sie zu wärmen.

Sollten es weniger als sechs Esser sein, kann der ausgekühlte übrige Polpettone gut im Kühlschrank aufbewahrt und kalt aufgeschnitten werden – ein köstlicher Imbiss oder ein feines kaltes Abendessen.

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