Bergamotte-Rezept No. 1
Wissenswertes über diese Zitrusfrucht und ein Dessert-Rezept

Ein Bergamotte-Rezept: Das Bild zeigt eine Glasschale, in dem ein Kompott aus Äpfeln und Birnen ist, darauf eine angeflämmte Meringue-Haube. Im Hintergrund eine zweite Portion.

Wir haben die Bergamotte erst so richtig diesen Winter für uns entdeckt. Ulli experimentiert damit bei Desserts und Gebäck. Und hier kommt das erste Bergamotte-Rezept für ein Dessert. Aber zuerst wollen wir ein wenig Wissenswertes über diese faszinierende Frucht mit unseren Leserinnen und Lesern teilen, das wir neugierig in der letzten Zeit zusammengetragen haben.

Aussehen und Herkunft

Die Bergamotte schaut wie eine grüne Zitrusfrucht aus, zu deren Familie sie auch zählt. Im reifen Zustand werden sie gelb und sehen ähnlich aus wie Zitronen mit oft schrumpeliger Schale. Ihre geografische Herkunft ist bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt eine Theorie, dass die Bergamotte aus dem orientalischen oder asiatischen Raum stammt und mit den Kreuzzügen nach Europa gekommen sein könnte. Eine andere wiederum besagt, Christoph Columbus habe die Bergamotte von den Kanaren nach Spanien gebracht, von wo aus sie sich auf das übrige Europa verbreitete. Sie wird jedenfalls nachweislich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts in Italien angebaut.

Heute befindet sich das Hauptanbaugebiet der Bergamotten nahezu ausschließlich in Italien auf einem schmalen, etwa 100 Kilometer langen Streifen zwischen dem Ionischen und dem Tyrrhenischen Meer an der Küste Kalabriens (90% der Weltproduktion!). Diese Gegend ist aufgrund ihres besonderen Klimas – heiße Sommer, regenreiche Frühlinge – optimal für die Kultivierung von Bergamottebäumen, die bis zu vier Meter hoch werden, geeignet. Auch in einigen Ländern Afrikas und Südamerikas werden Bergamotten angebaut.

Etymologie

Das italienische Wort bergamotta bezeichnete ursprünglich eine Birnensorte, die aus der Türkei nach Italien eingeführt wurde. Der Name geht auf das osmanisch-türkische beg armudi zurück, was ursprünglich Herrenbirne bedeutet (armūdi für Birne, beg für Herr bzw. Herrscher), die Volksetymologie leitet den Namen auch von der italienischen Stadt Bergamo ab. Um 1650 übertrug man den Namen der Birnensorte mit „Citrus Bergamia“ auf diese neue Frucht.

Genetisch ergibt die Bergamotte eine Kreuzung zwischen Bitterorange und Cedrat oder auch Limette.

Verwendung

Das Bergamottöl mit seiner frischen Duftnote wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts als wesentlicher Bestandteil von Eau de Cologne verwendet. Bis heute findet sich dieses Öl im Originalen Kölnischwasser von Johann Maria Farina, das um 1700 von diesem kreiert wurde. Ursprünglich für Männer entwickelt hat es sich erst ab 1830 als Duft für beide Geschlechter durchgesetzt.

Das Bergamottöl wird auch für Lebensmittel eingesetzt, so aromatisiert es den Earl Grey Tee und bringt als Zutat einer köstlichen säuerlichen Zitrusmarmelade einen unverwechselbaren Geschmack ein. Ulli hat bereits eine Zitrusfruchtmarmelade aus Orangen, Zitronen, Limetten und Bergamotte hergestellt, sie war wunderbar auf Scones mit salziger Butter oder clotted cream.

Das folgende Dessert Apfel-Birnenkompott mit Meringue haben wir ebenfalls schon mit Freundinnen und Freunden verkostet, die davon begeistert waren.

Bergamotte-Rezept No. 1: Apfel-Birnenkompott mit Meringue-Haube

Zutaten für 4 Personen

  • 2 Äpfel
  • 2 Birnen
  • Schale einer halben Bergamotte
  • 30 g Staubzucker, Vanillezucker
  • Wasser

Für die Meringue

  • 100 g Feinkristallzucker
  • Saft einer halben Bergamotte
  • 2 Eiklar

Zubereitung

Die Äpfel und Birnen schälen, in kleine mundgerechte Stücke schneiden und mit dem Staubzucker in einen Topf geben. Von der Bergamotte mit einem Sparschäler die Hälfte der Schale abschälen und dazu geben. Mit Wasser auffüllen, sodass die Früchte bedeckt sind und bissfest kochen (die Kochdauer hängt von der Apfel- und Birnensorte ab). Abkühlen lassen und die Schale von der Bergamotte herausnehmen.

Vor dem Servieren den Feinkristallzucker mit dem Bergamottesaft in einem kleinen Topf mit Hilfe eines Zuckerthermometers auf 117° C erhitzen. Währenddessen das Eiklar zu Schnee schlagen und den exakt erwärmten Zucker hinzufügen. Weiterschlagen bis alles abgekühlt ist. Dann das Kompott in kleine feuerfeste Schüsserln verteilen und den Schnee mithilfe eines Dressiersackes mit Spritztülle auf dem Kompott verteilen (das kann man auch mithilfe eines Löffels, allerdings schaut es hübscher aus, wenn eine Spritztülle verwendet wird).

Auf Sicht im Backofen übergrillen, bis eine leichte Bräunung erfolgt ist. Alternativ mit einem Flämmer bräunen.

Dieses Dessert braucht ein bisschen Zeit; das Kompott kann schon vorbereitet werden, die Meringue-Haube muss jedoch frisch zubereitet werden. Unsere Gäste haben gerne darauf gewartet.

Siehe auch Bergamotte-Rezept No. 2

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